Der amerikanische Wahlkampf

Schon kurz nach dem Zweiten Weltkrieg wurden von den Amerikanern österreichische Journalisten eingeladen, in den USA die Demokratie zu studieren. Ich war damals mit dabei und von allem, was ich sah und erlebte, sehr positiv beeindruckt. Darüber sprach ich auch in der Rundfunksendung „Stimme Amerikas“.

Einige Jahre später übergaben die abziehenden US-Besatzer ihre Tageszeitung „Kurier“ an Österreich. Jeder könne sie kaufen, doch den ersten österreichischen Chefredakteur wolle man in Washington bestimmten. Dabei stützte man sich auf Unterlagen über das Auftreten der in die USA eingeladenen österreichischen Journalisten. So entschied man sich – zu meiner Überraschung - für mich als ersten Chefredakteur des nunmehr österreichisch gewordenen „Kurier“. Gekauft war die Zeitung vom Erben einiger Mühlen, Dr. Ludwig Polsterer, worden. Ich holte meinen Freund Dr. Hugo Portisch in die „Kurier“-Redaktion, und wir machten damals eine sehr erfolgreiche Zeitung.

Seit es Bush als kriegsführenden US-Präsidenten gibt, hat sich meine Haltung gegenüber Amerika doch ziemlich geändert, aber noch immer weiß ich, dass es im amerikanischen Wesen auch sehr positive Züge gibt. Zum Beispiel erinnere ich mich noch gut an den so genannten „Marshall-Plan“, der nach dem Zweiten Weltkrieg eine große Hilfe für unser Land war.

Und jetzt zum äußerst intensiv geführten Wahlkampf um die amerikanische Präsidentschaft: Bei uns hört man sehr dominierend die Meinung, dass die Amerikaner niemals einen Schwarzen zum Präsidenten wählen würden. Inzwischen hat sich herausgestellt, dass Obama nicht als „voll schwarz“ gelten kann. Und so hat sich, auch durch die sonstigen Vorzüge Obamas, bei den Amerikanern die Meinung gebildet, es wäre an der Zeit, auch einmal einen Mann wie diesen zum Präsidenten zu machen. So wird es wohl auch kommen, und das wird wohl einen Schlusspunkt hinter Bush bedeuten.
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Meinungsumfragen
A.Bürger am 28. Oktober 2008, 14:19 Uhr
Da der US-Wahlkampf in die Schlussrunde einbiegt, überstürzen sich die Ereignisse in Amerika: Der Attentatsversuch auf B.Obama, diskriminierende Äußerungen in den Wahlreden in Richtung des jeweiligen politischen Gegner oder aber die neuesten Ergebnisse der Meinungsumfragen, wonach der Demokrat Obama klar vor dem Republikaner McCain führt. Aber die Produkte der Meinungsforscher sind derart „ungenau“, – übrigens auch bei uns - dass sie nicht annähernd die tatsächlichen Wahlergebnisse widerspiegeln. Der Ausspruch von W.Faymann: „Die Wahl gewinnt man am Wahltag und nicht durch Umfragen“ besagt Ähnliches, wie der „W.Schüssel-Sager“ vor der Wahl im Jahre 2006: „Meinungsumfragen sind wie Parfums, man soll nur daran riechen, sie aber nicht trinken“! Die Ergebnisse unserer Wahlen von 2006 und 2008 kennen wir. Wie werden die US-Wahlen enden?
Vollschwarz
James Aaron am 28. Oktober 2008, 21:46 Uhr
"Inzwischen hat sich herausgestellt", sprich: inzwischen hat es Herr Dichand auch nachgelesen, "dass Obama nicht als „voll schwarz“ gelten kann", und dann kommen "die sonstigen Vorzüge Obamas"... was den Schluß nahelegt, Halbschwärze wird von Herrn Dichand als Vorzug gegenüber Vollschwärze ausgelegt.
Marshall-Plan
Vira Cocha am 28. Oktober 2008, 22:41 Uhr
Kurz zum Marshall Plan: Rohstoffe, Waren, Lebensmittel und Kredite für die bedürftigen Staaten Europas im damaligen Wert von ca. 13 Milliarden US$ - auf Österreich entfielen ca. 0,7 Milliarden US$

Grund:
1.) Hilfe für die notleidende Bevölkerung!
2.) Containment Politik (also Eindämmung der kommunistischen UDSSR) .
3.) Schaffung eines Absatzmarktes für die Überproduktion der USA.

Naja, uns ist es ja nicht schlecht ergangen, als wir Hilfe brauchten und diese mit Abhängigkeiten wie Krediten und der Bindung an die westliche Welt - den Vereinigten Staaten von Amerika - erkauft, Entschuldigung, erhalten haben. Nur so war es ja der damaligen USA möglich, zur absoluten Supermacht und Weltpolizei aufzusteigen. Egal ob Obama oder McCain gewinnt, beide werden den damals eingeleiteten Weg weitergehen und Bushs Erbe wohlwollend im Sinne des Global Players USA verwalten.

Die SOS Kinderdörfer, Caritas und Nachbar in Not, die helfen uneigennützig, aber eine USA hat nie und wird nie uneigennützig helfen. Ob in heutigen Zeiten Zwangsdemokratisierung etwas mit Demokratie zu tun hat, sei dahingestellt - rege aber einen Moment zum Nachdenken an...
Der amerikanische Wahlkampf
Harry Königstedt am 30. Oktober 2008, 19:44 Uhr
Gekauft war die Zeitung vom Erben einiger Mühlen, Dr. Ludwig Polsterer, worden.

Ein typischer "Satzdreh"!

Richtig muss es heißen:

Gekauft worden war die Zeitung vom Erben einiger Mühlen, Dr. Ludwig Polsterer.

MfG Harry Königstedt
Hauptsache Hautfarbe?
Thomas Wolflehner am 04. November 2008, 22:25 Uhr
In Anbetracht der Feldarbeiterbräune, die manche österreichischen Politiker an den Tag legen, scheint Hautfarbe nicht alles zu sein oder als Kompass für politische Brillianz zu taugen. Die Ära Bush hat die Latte für seinen Nachfolger tief gelegt, was nicht heißt, dass neben Hautfarbe auch Limbo-Tänzer-Qualifikationen nötig sind, um den Blanko-Scheck (vollweiß) an positiver Erwartung in den neuen US-Präsidenten zweckgemäß einzulösen.
Der "Marshall-Plan"
Jörg Umfahrer am 10. Januar 2009, 12:15 Uhr
Verehrter Herr Dichand!

Ich schätze es sehr, dass Sie persönlich wie ebenso Ihre KRONEN-Zeitung Lesern so ein gutes "Forum" bieten.
Eine kurze Erwiderung zur häufigen Erwähnung des "Marshall-Planes":
Überall gibt es gute und schlechte Menschen, natürlich auch in den USA. Gott sei Dank bekam auch Österreich Gelder aus diesem Fonds. Doch darf man nicht vergessen, finde ich, dass alle diese Hilfen nur auf VERZINSTEM KREDIT beruhten. Zweitens erbeuteten die USA genau so wie die damalige Sowjetunion Kunstwerke, Gold, soweit noch vorhanden, tausende wertvoller Patente aus den geplünderten Patentämtern, samt zugehörigen Wissenschaftlern plus Familien. Ein Waffengang, der sich für die USA hundertmal ausgezahlt hat. Nur einen kleinen Bruchteil hat Westeuropa davon in Form eines Kredites, genannt "Marshall-Plan" zurückerhalten. Jahrelang mussten, soviel ich weiß, dafür die Kreditzinsen getilgt werden. Bitte diese Hilfe in Relation zu betrachten.

Hochachtungsvoll,

Jörg Umfahrer
das bild amerikas und der marshallplan
peter fuchs am 19. August 2009, 21:39 Uhr
der marshallplan war eine ausgezeichnete idee der amerikaner das zerstoerte mitteleuropa wieder aufzubauen. damit konnten sie den vormersch der kommunisten aufhalten aber nur in westeuropa. stalin wusste wehalb er seinen laendern die teilnahme verboten hatte.