Kemal Atatürk

Kemal Atatürk, was so viel heißt wie „Türkenvater“, war einer der wichtigsten Politiker den die Türkei jemals hervorbrachte. 1891 in Saloniki geboren, setzte er sich zum Ziel, die Trennung zwischen Religion und Staat herbei zu führen. Gerade in diesen Tagen ist durch den Rücktritt des pakistanischen Präsidenten Musharraf auch das Problem Atatürks wieder aktuell geworden. Musharraf ist seit 1989 Pakistans starker Mann gewesen, der im Geiste Atatürks regiert hat. Bei seinem Bemühen, Religion und Staat zu trennen, kämpfte Atatürk für diese Idee, und es gelang ihm sogar, das Sultanat abzuschaffen.

Die Zeiten haben sich allerdings auch in der großen Politik verändert. Noch ist Atatürk eine der großartigsten Figuren der islamischen Welt, aber heute wollen die Muslime ihrer Religion immer stärker Durchbruch verschaffen. So macht auch der jetzige Rücktritt von Präsident Musharraf in Pakistan der ganzen lamischen Welt große Sorgen. Und diese Sorgen spüren wir bis zu uns, wo wir es in Österreich und im übrigen Europa mit Millionen Einwanderern islamischen Glaubens zu tun haben. Als Christen haben wir nichts gegen den Grundsatz, Religion und Staat zu trennen, und sogar Papst Benedikt XVI. bemüht sich um Toleranz.

Das wird nicht leicht sein, denn, erinnern wir uns doch, vor ein paar Monaten war der türkische Ministerpräsident Erdogan in Deutschland und hat tatsächlich erklärt, dass die Bemühungen, religiöses Verständnis und Assimilation zu erreichen, von ihm abgelehnt werden. Das sei, so drückte er sich aus, geradezu verboten.

Mit dieser Haltung müssen wir leben und dennoch versuchen, einen Weg zu finden, den „Türkenvater“ Atatürk einst sehr erfolgreich zu gehen begonnen hat, der aber heute schwierig geworden ist.
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